Klosterhöfe ernährten den Ritterorden der Johanniter

Wo einst Schafe gegrast haben, spielen Gäste heute Golf.

Vier Klosterhöfe zeugen in der Gemeinde Bockhorn von der Zeit, als der Ritterorden der Johanniter in Bredehorn ein Kloster hatte.

Von 1224 bis 1530 ernährten die Hofstellen Bredehorn, Lindern, Jührden und Grabhorn das Kloster. Hauptsächlich wurden Schafe und Fische gezüchtet. Um Kühe satt zu bekommen, gab der Boden nicht genug her. „Hier wuchs ja nichts außer Heide“, weiß Rolf Hobbie.

Seit 250 Jahren gehört seiner Familie der Klosterhof Lindern. Es war der Oldenburger Graf Anton I, der 1530 der Kirche die Klosterhöfe wegnahm und Meyer als Verwalter einsetzte. „Die Ersten haben nicht lange durchgehalten“, sagt Hobbie. Als Pacht musste jeder Klosterhof eine fette Kuh und Roggen an den Grafen liefern. „Und die Meyer durften den Wald nicht benutzen. Sonst wurden sie vom Hof gejagt“, erzählt Rolf Hobbie weiter. Um 1700 ging seine Hofstelle in den Besitz des damaligen Meyers über.



Wenige Jahre später übernahmen die Hanenkamps, die Familie von Hobbies Mutter, den Betrieb. 1927 war der Hof nicht mehr zeitgemäß und wurde komplett umgebaut. Heute führt Rolf Hobbie auf dem Klosterhof einen modernen Betrieb mit 150 Milchkühen. Und er hütet einen Schatz …

200 Meter nördlich der Hofstelle liegt die Hohe Burg, eine mittelalterliche Burganlage, die die Johanniter im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert vermutlich zum Schutz des Klosterhofes erbaut haben. Geocacher haben hier einen Schatz vergraben. Besucher erreichen die mittelalterliche Burganlage, die aus einem Erdhügel umgeben von einem Grabensystem besteht, über einen schmalen Pfad durch den Wald. Auf dem Klosterhof Lindern scheint die Zeit still zu stehen. Ganz anders ist es dagegen auf dem Klosterhof zu Jührden.

Auf einer neun Hektar großen Fläche haben Friedrich und Margrit zu Jührden gemeinsam mit Tochter Alke Gertje im Jahr 2006 eine Swin-Golf-Anlage eröffnet. Seitdem kommen jedes Jahr tausende Besucher hierher. Auf 18 Spielbahnen können bis zu 80 Personen gleichzeitig spielen. Ein Durchgang dauert vier bis fünf Stunden. Geöffnet ist von April bis Oktober ab 10 Uhr bis zur Dämmerung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Friedrich zu Jührden stattet jeden Spieler mit einem Universalschläger, zwei Golfbällen und zwei Tees für den Abschlag aus. Dann geht es auf die Strecke. Der Chef erklärt die Regeln. Ziel ist es, mit so wenig Schlägen wie möglich über den 2.700 Meter langen Parcours zu kommen.

Wo früher Schafe geweidet haben, grasen heute nur noch ein paar Mutterkühe mit ihren Kälbern. Einst kostbares Weideland besteht jetzt aus Fareways, Greens und Roughs.