Hohe Burg schützt den Klosterhof

Erdhügel und Grabensystem aus dem Mittelalter sind bis heute erhalten.

Vermutlich wegen seiner bedeutsamen Lage in unmittelbarer Nähe zur Handelsroute Collsteder Straße haben die Johanniter den Klosterhof Lindern zwischen Grabstede und Collstede durch die Hohe Burg gesichert.

Die Hofstelle versorgte zusammen mit den Klosterhöfen Bredehorn, Grabhorn und Jührden von 1224 bis 1530 das Kloster des Ordens in Bredehorn mit Lebensmitteln und Holz. Archäologen vermuten, dass die Johanniter die Burg im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert gebaut haben. Burghügel und Grabensystem sind noch erhalten.

Das System der Turmhügelburgen stammt von adligen Gutsherren aus Frankreich. Von dort aus hat es sich im frühen Mittelalter nach ganz Europa ausgebreitet. Zwei Erdhügel bildeten Vor- und Hauptburg, die durch einen Holzzaun und drei Wassergräben geschützt wurden. Bei Gefahr wurden die Zuwege über Zug- und Fallbrücken eingezogen.

Seit 1530 waren die Klosterhöfe in der Hand der Oldenburger Regenten. Graf Anton I setzte Hofverwalter ein. Um 1700 ging der Klosterhof Lindern in den Besitz des damaligen Verwalters über. Seit 250 Jahren bewirtschaften die Vorfahren von Landwirt Rolf Hobbie den Betrieb. Von der Hofstelle aus führt ein schmaler Pfad durch den Wald zur Burg.