Geest und Deich schützen vor der Flut

Gletscher schieben Geröll bis nach Dangast.

„Ohne den Deich würde das Wasser der Nordsee bis zur Kartonfabrik in Varel fließen“, weiß Lars Klein, der Leiter des Nationalparkhauses in Dangast.

Varel liegt wie Bockhorn und Zetel auf einem Geestrücken, den die letzte Eiszeit hinterlassen hat. Dangast kommt ohne einen Deich aus, weil dort in Höhe des alten Kurhauses ein natürliches Geestkliff ist. „Es ist das Einzige an der deutschen Nordseeküste“, weiß Gästeführer Dirk Rottendorf. Später wurde es rot eingeklinkert und ist heute so etwas wie ein Wahrzeichen Dangasts.

Einsam und umgeben von Wasser ist der Leuchtturm Arngast ein stummer Zeuge jener Zeit, als auf dem Gebiet des heutigen Jadebusens sieben Dörfer standen. In Arngast war das Kirchspiel. „Die Dörfer wurden immer wieder von Sturmfluten heimgesucht und zerstört“, berichtet Dirk Rottendorf. Wattwanderer finden auf dem Gebiet des ehemaligen Kirchspiels bis heute Ziegel und Holz.

Die Menschen zogen sich weiter ins Landesinnere zurück und begannen im 16. Jahrhundert mit der Eindeichung des Jadebusens. „Dass er überhaupt erhalten geblieben ist, haben wir Kaiser Wilhelm zu verdanken“, weiß Dirk Rottendorf. „Er wollte zwischen Wilhelmshaven und Eckwarderhörne eine Ausfahrt zum offenen Meer behalten. Deshalb hat er dort die Eindeichung verboten.“